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Re: Hufknorpelverknöcherung, Hufrolle
 

Geschrieben von: www.huf24.com | strussione@huf24.com | 3.Dez.02 21:29

Liebe Kerstin,

Frau Koop hat vollkommen recht. Ist die Lahmheitsursache nicht zweifelsfrei geklärt, kann die Ursache nicht behandelt werden. Spritzt der TA Kortison ins Gelenk (welches Gelenk möchte er denn behandeln), möchte er vermutlich eine Entzündung behandeln, gibt es Anzeichen dafür auf dem Röntgenbild?

In der Tat ist das Risiko einer Gelenkinjektion, trotz entsprechender Vorsichtsmaßnahmen, nicht zu verheimlichen.

Wenn Ihre Stute barfuß läuft und immer eine Fühligkeit zeigt, lässt dies auf Unzulänglichkeiten am Huf schließen. Diese können entweder in einer ungünstigen Belastung oder aber auch in einer unpassenden Bearbeitung liegen.

Das Ihr Pferd mit Beschlag ‚Sauber’ geht, weist auf eine zu starke Belastung der Sohle hin. Sowohl eine zu dünne, als auch eine zu kräftige Sohle (Hornwülste können drücken) kann Probleme verursachen.

Was ist nun zu tun? Bevor ein massiver Eingriff vorgenommen wird (m.E. ist eine Applikation ins Gelenk massiv), sollte die Diagnose sicher sein – ggf. einen weiteren TA hinzuziehen oder das Pferd von einem Huforthopäden begutachten lassen. Huforthopäden achten deutlicher auf ungünstige Hufsituationen und behandeln diese. Sie wissen ja, auch wenn Symptome behandelt werden, sind die Ursachen nicht beseitigt. Der Korrekturbeschlag (so man denn weiß, wofür oder wogegen man ihn einsetzt) heilt nicht wirklich. Lediglich das in Ordnung bringen des Hufes (also der Form und Belastung) bringt nachhaltige Besserung, unabhängig von der Diagnose - diese Ziel hat der Hufrothopäde DHG.

Eine Lahmheit die plötzlich kam, könnte z.B. auch eine Quetschung der Sohle o.ä. sein, ist dies ausreichend abgeklärt – würde zu den Fühligkeiten passen.

Interessant wäre es, zu erfahren, wie sich die Lahmheit darstellt: wann tritt sie auf (wie das erste Mal?); wird diese mit der Bewegung besser; auf welchen Böden wird sie deutlicher/besser; wie ist die Form der Hufe, sind beide Vorderhufe gleichmäßig gewinkelt; von vorn betrachtet ist wichtig, ob die Wände gleichmäßig sind (nicht eine steil, die andere schräg); verläuft das Hufhorn ‚faltenfrei’ und gerade, wenn sie den Huf von der Seiten betrachten; wurde das Pferd vor der Lahmheit ungewohnt belastet? Denken Sie mal darüber nach.

Sollten Sie weitere Informationen wünschen oder Fragen haben, nur zu.

Beste Grüsse
Michael Strussione
Huforthopäde DHG e.V.
www.huf24.com

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